Einleitung


Am 16. April 1991 wurde der neue Zehn-DM-Schein von der Deutschen Bundesbank eingeführt. Er ist dem Mathematiker, Physiker, Astronomen und Geodäten Carl Friedrich Gauß (1777-1855) gewidmet. Auf der Vorderseite des Zehn-DM-Scheins sieht man das Portrait von Gauß, dem ein Gemälde von Christian Jensen aus dem Jahre 1840 zugrunde liegt. Im Hintergrund erkennt man Gebäude aus Göttingen, der Stadt in der er lebte und arbeitete. Diese Gebäude werden teilweise von der Gauß’schen Fehler- und Normalverteilungskurve verdeckt. Die Rückseite deutet stark auf die geodätischen Arbeiten von Gauß hin. Das Hauptmotiv ist ein Vize-Heliotrop, den Gauß bei seinen Vermessungen verwendete. Kleiner dargestellt ist ein Netz von Ortsnamen, unter denen sich auch Zeven befindet. Dieses Ortsnetz ist der nördliche Teil der hannoverschen Gradmessung, die Gauß von 1821 bis 1825 leitete.

In der folgenden Arbeit gehe ich auf die geodätischen Tätigkeiten von Carl Friedrich Gauß ein. Ich beschreibe die Entstehung des Dreiecksnetzes der Gauß’schen Gradmessung im Königreich Hannover, erläutere speziell seine Arbeit in und um Zeven und schildere die hannoversche Landesvermessung, die Gauß von 1828 bis 1844 von Göttingen aus leitete. Ich gehe dabei auch auf die Schwierigkeiten bei den Messungen ein und erläutere die Funktionsweise der wichtigsten verwendeten Instrumente. Die mathematischen Auswertungen der Messergebnisse und die damit verbundenen Probleme sind ein weiterer Aspekt der vorliegenden Arbeit. Darüber hinaus erläutere ich vergleichend die moderne Geodäsie.


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